Return on Contribution (ROC): Eine ROI Metrik für E2.0

Einführung & Motivation
Fast jeder kennt ihn (oder hat zumindest schon davon gehört) und die meisten fürchten ihn — den Begriff Return on Investment (ROI), also eine Quantifizierung, wie weit der Nutzen einer Investition bzw. eines Projekts die Kosten und Aufwände desselben übersteigt.

Einige kennen möglicherweise auch entsprechende Verfahren, den ROI tatsächlich zu berechnen: Von Gewinnvergleichsrechnungen, Rentabilitätsrechnungen, Kosten-Wirksamkeitsanalyse über die (heute sehr oft eingesetzte) dynamische Cash Flow Rechnung bis hin zu Real Optionen (die nur noch ganz wenige rechnen können – die SAG natürlich schon ;-) ).

Allen diesen Verfahren gemeinsam ist aber die Anforderung, dass man den Nutzen in Geld ausdrücken können muss, sonst kann man sie nicht anwenden, sonst kommt einfach keine Zahl für den ROI am Ende heraus.

Und jetzt nehmen wir eine typische E2.0 Applikation (Blog, Wiki, File Sharing, Facebook, MindMeister, ARISalign,…) und versuchen, den Nutzen von E2.0 in Euro zu übersetzen…

Wenn Ideen Sex haben

Auf TED habe ich einen interessanten Vortrag von Matt Ridley gefunden, der indirekt ein flammender Appell für Soziale Dienste ist. Er geht mit seinen Vergleichen bis in die Steinzeit zurück um zu beweisen, dass das letztendlich die Kooperation uns weiter gebracht hat. Besonders der Vergleich, wie viel uns eine Stunde Licht am Abend im Lauf der Jahrhunderte kostete: heute ein halbe Sekunde Arbeitszeit im Vergleich zu 6 Stunden Arbeit vor 200 Jahren.

Letztendlich zählt nicht das Individuum, sondern das kollektive Wissen, die Verknüpfung von bekannten Teilen zu etwas neuem. Passt gut zu unserem Thema.

Marktdurchdringung von Sozialen Medien auf über 80%

Nielsen hat eine interessante Studie über die Internetnutzung in 9 Ländern veröffentlicht. Leider haben die Autoren, keine Angaben über die Quellen ihrer Statistik angeführt.

Kurz zusammengefasst: Internetnutzer verbringen in manchen Ländern durchschnittlich 6 Stunden in Sozialen Medien wie Facebook oder Youtube. Für mich überraschend ist der hohe Wert der italienischen Nutzer der teilweise über dem US-Durchschnitt liegt. Die Reichweite der sozialen Medien erhöht sich weiter auf 70-80% aller Internetnutzer (abhängig vom Land).

Ja und wieder einmal liegt Deutschland und Schweiz weit abgeschlagen im Ranking :-( Soziale Medien sind bei uns noch nicht wirklich “in”.

Wer kennt die nächste Revolution in der Informationsverarbeitung

clip_image020Heute habe ich einen etwas untypischen Artikel für euch. Wer kennt die nächste technische Revolution in der Informationsverarbeitung, die uns ins Haus stehen? Ich habe dazu einmal einen groben zeitlichen Verlauf der aus meiner Sicht wichtigsten Technologien im Umfeld der Informationserstellung und -verarbeitung erstellt und einen kleinen Ausblick gewagt. Diese Liste enthält die zum damaligen Zeitpunkt “revolutionärsten” Technologien & Konzepte dazu und den ungefähren Zeitraum der erfolgreichen Etablierung (nicht Erfindung). Die reine Sprachtelefonie habe ich ausgeklammert. Sollte ich etwas vergessen haben, bitte über Kommentare anmerken.

10 Billionen SMS – einfach und gut

image Der letzte Artikel auf mashable hat mich wieder zum Schmunzeln gebracht. Altbewährtes hält länger :-) Ob Email oder SMS, der Wunsch der Menschen sich auszutauschen ist weiterhin groß. Interessant an dem Artikel für mich war, dass junge Menschen offenbar weniger Interesse daran zeigen sich über öffentliche Communities zu vernetzen als vielmehr ihre persönliche Communities durch direkte Nachrichten zu unterhalten.

Ich vermute das einerseits die persönliche Vertrautheit mit dem Gesprächspartner bei Jugendlichen ausgeprägter und andererseits das "realtime" Feeling sehr wichtig ist. Die extrem niedrigen Kosten und der geringe Aufwand SMS zu versenden tun sein übriges. Ein Vergleich mit der Alt

Ich frage mich, ob sich durch die besseren Handys und günstigen Datentarife daran etwas ändern wird in Zukunft?

Skyrunner Philosophie im Web 2.0

stangl_k2_gipfelfoto[1] Letztes Wochenende hat eine interessante Meldung in der Presse meine Gedanken wieder etwas fliegen lassen. Christian Stangl hat am 12. August den K2 bestiegen. Die Leistung als solches ist schon außergewöhnlich. Aber der Hinweis, dass Stangl als “Skyrunner” den Berg bestieg ließ mich ehrfürchtig werden. Der Unterschied zum normalen Bergsteigern a la Kaltenbrunner: ohne schwere Ausrüstung und das in 4 Stunden!

Hier kurz die Philosophie von Stangl:

“Ich weiß natürlich, dass meine Projekte den Verlauf der Welt nicht beeinflussen. Aber um den Alpinismus weiterzuentwickeln, muss man gewohnte Konventionen überwinden und das, was jahrzehntelang Usus war ständig hinterfragen. Die achttausend Meter hohen Berge vermehren sich nicht; der Höhe nach ist der Zenit bereits erreicht. Die weitere Entwicklung findet gegen die Zeit statt. Und gegen den Zeitgeist.”

Einerseits ist es interessant, wie er sich langsam seine elektronische Community aufbaut.

Semantik, Romantik, oder Produktivitätsfalle?

Ich würde ja lieber vergessen. Und das wichtigste Prädikat von Information ist für mich: Kann gelöscht werden.
Alles wird gut, kündigen Semantic Web- und Wissensmanagement-Gurus gerade im Enterprise 2.0-Kontext schon seit längerem an. Mit Tips, die – mit Verlaub – manchmal an Gedächtnistraining für Senioren erinnern, wird mit den Desktops und Datensilos dieser Welt aufgeräumt.
Vielleicht verstehe ichs ja nicht. Es ist schon klar, dass semantische Technologien Zusammenhänge leichter sichtbar und haltbarer machen – wenn sie einmal hergestellt wurden.
Statt Ablagesystemen werden Tagging-Logiken und Taxonomien entwickelt, statt Ordnernamen müssen sich User Schlagworte (und deren Schreibweise) merken.
Die Zusammenhänge bringen einen effizienteren Umgang mit Information: Ich kann mich mit weniger Aufwand an Zusammenhänge erinnern. Will ich das? Grundsätzlich bin in ich eher an Lösungen und Entscheidungen interessiert als an Information. Beides braucht natürlich Information – mit einem endlosen Mehr davon werden Entscheidungen aber weder besser noch schneller: Mehr Information bedeutet mehr Optionen und mehr Aufwand.
Ein zweiter Einwand: Ist Semantik mehr als eine Gedächtnisstütze? Zusammenhänge die ich einmal hergestellt habe, kann ich später leichter wieder aufrufen. Ich kann auch von anderen hergestellte Zusammenhänge nutzen. Der kollektive Aspekt hat stark ausgleichende Wirkung: Die Meinungen vieler bilden den Durchschnitt ab, nicht Innovation. Das macht semantische Technologien für mich zu einer der treibenden Kräfte der Informationsentropie: Immer mehr Leute reden immer öfter vom Gleichen. Das ist gut für den Weltfrieden und Sachbearbeiter, aber nicht für Wissensarbeiter, Kreation und Innovation.
Ein dritter Punkt: Aktuell, wichtig und dringend sind (neben “kann gelöscht werden”) weitere wichtige Eigenschaften von Information. Meine persönliche Informationsverarbeitung richtet sich auch vorrangig nach diesen Kategorien. – Dagegen könnte man jetzt einwenden, dass das eher Eigenschaften von Tasks als von Information sind. Information in der Organisation sehe ich aber immer als mit Zwecken verbunden – ansonsten sind es bloss Daten. Tools vergessen nicht – und stellen semantische Zusammenhänge auch dann her, wenn sich Prioirtäten und Inhalte schon lang verändert haben.
Und dann ist da noch die Sache mit der Information, die über das Problem von Flut vs. Filter hinausgeht: Ich brauche nicht nur die Zeit, alles gefundene auch zu lesen und zu verarbeiten – ich muss es wirklich lesen. Und verstehen, Und in enen produktiven Zusammenhang setzen. Und etwas was daraus machen.
Semantiker erinnern mich manchmal an die Informationssammler, die mit imer mit drei dicken Ordnern (die cooleren mit einem fünfzehn Zentimeter dicken Stapel loser Ausdrucke) durchs Unternehmen laufen, zu jedem Thema eine Anekdote haben – aber auf nichts eine Antwort.

Und trotzdem tagge ich alle meine Notizen in Evernote, vergebe Tags im Google Reader, werde die Cluug-Lizenz ausprobieren und erkläre Kollegen immer wieder, warum wir Tags im Intranet eingeführt haben – auch wenn sich an der Frage bis dato wenig geändert hat: “Und was bringt mir das?” (Für weitere Antwortvorschläge auf diese Frage bin ich übrigens dankbar… :)

Facebook Howto

dieser Beitrag ist eine Ergänzung zu meinem Kommentar den ich zum letzten Artikel von Michael Andrae schrieb.

Um Facebook zu nutzen sind sind zwei Dinge zu wissen:

  • wie melde ich mich an
  • wie präsentiere ich etwas

Für die Anmeldung stehen zwei Arten von Accounts zur Verfügung:

  • persönlicher Account
  • Business Account

Der persönliche Account wird als individualisierter Zugang für Personen verwendet, im Gegensatz zum Business Account der als anonymer Zugang ausgelegt ist und auch als Teamaccount genutzt werden kann/darf. Der Business Accounts unterscheidet sich in seiner Funktionalität vom persönlichen Account dadurch, dass er nur “Pages” administrieren kann und deren Werbekampagnen. Es kann damit kein anderer Inhalt von Facebook aufgerufen werden, wie z.B. Personenprofile. Außerdem werden Business Accounts nicht in der Facebook Suche angezeigt oder können “friends requests” erhalten. Business Accounts können später zu einem persönlichen Account umgewandelt werden.

Wer bereits einen Account hat muss sich entscheiden, ob er über eine der drei Varianten seinen Inhalt bereitstellt

  • sein persönliches Profil
  • Gruppen
  • Pages

Wie würdet ihr eine Innovation-Community aufsetzen?

Steve Jobs antwortete auf die Frage eines Interviewpartners „How do you systematize innovation?“

The system ist hat there is no system!“

Und führt weiter aus:

BUT innovation comes from people meeting up in the hallways or calling each other at 10:30 at night with a new idea, or because they realized something that shoots holes in how we’ve been thinking about a problem. It’s ad hoc meetings of six people called by someone who thinks he has figured out the coolest new thing ever and who wants to know what other people think of his idea.”

Ich persönlich sehe den wichtigsten Impact der 2.0-Welt darin, dass sich die Art wie wir Antworten auf die offenen und latenten Bedürfnisse und Wünsche von Kunden geben dramatisch gewandelt hat. Am einfachsten durch das Wort Partizipation abzukürzen. Dank neuer Toolwelten wird ein neuronaler Kurzschluss nicht nur zwischen MitarbeiterInnen eines Unternehmens möglich, sonder darf herkömmliche Grenzen zwischen dem Unternehmen und seiner Außenwelt sprengen. Damit werden Kunden und Partner Teil bei der Gestaltung von Produkten und entscheiden maßgeblich Innovation mit.

 Soweit so schön. Doch nun stehe ich da und frage mich, welches Tool für mein Unternehmen konkret Sinn machen könnte, um Ideenaustausch zu bestehenden und neuen Produkten zu ermöglichen. Auch wenn hier keine Top-Secrets geshared werden, sollte diese Community eventuell geschlossen bleiben Wo könnte diese Frage besser passen als hierher.

Bitte um eure Hilfe.

“Free Beer” needs “Free Software”

Hier noch einmal eine Lanze gebrochen für OpenSource, einmal aus einer anderen Richtung. Wer sich einmal näher mit den IT Architekturen der großen Web 2.0 Services wie Google, Amazon, Twitter, Facebook & Co auseinander gesetzt hat erkennt, dass diese hochgradig auf Open Source aufgebaut sind.

Wer den Gedanken zu Ende denkt, kommt schnell zur Erkenntnis dass die „free beer“ Mentalität des Web 2.0 mit hochqualitativen und kostenlosen Services erst durch die Existenz von Open Source möglich war. Interessant ist für mich dabei die zeitliche Überlappung. Open Source war eine Bewegung die ihren Hype in den 90er hatte und heute unverzichtbarer Bestandteil auch der Geschäftswelt ist. Web 2.0 ist ein Kind der 00er Jahre das das Wort „Beta“ zu einem Geschäftsmodell machte.

Es wird gerne in manchen Unternehmen Open Source als wenig geeignet angesehen um geschäftskritische Applikationen darüber abzuwickeln. Wer sich aber die Verfügbarkeit und Qualität von Web 2.0 Services ansieht, dann können diese mühelos mit den besten und teuersten Unternehmens Rechenzentren mithalten. Oder hat schon jemand einmal ein Dokument in Google Docs oder Flickr verloren? Ich kenne niemanden persönlich, dem solches passierte. Von der Performance ganz zu schweigen.

Vielleicht bietet Web 2.0 mehr als nur „Social“ Konzepte die in Unternehmen Anwendung finden. Eure Meinung dazu?

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