Meine Motivation sich mit E2.0 auseinander zu setzen, entstammt dem Bedürfnis die inhaltlichen Grenzen innerhalb von Großunternehmen aufzuzeigen und den Mensch aus seiner Anonymität des Arbeitsalltags heraus zu lösen. Bedingt durch meine langjährige Tätigkeit, Inhalte von Legacy Applikationen innerhalb oder zwischen Großunternehmen zu verteilen und zu verarbeiten, wurden mir die Grenzen dieser alten Konzepte bewusst.
Web 2.0 und der Einzug sozialer Aspekte in die Diskussion um den geeigneten elektronischen Arbeitsplatz, waren für mich die Schlüssel zur Auflösung dieser zuvor erkannten Grenzen. Für mich bedeutet E2.0 , dass es für Mitarbeiter eines Unternehmens möglich ist, die Inhalte ihres Unternehmens zu finden, zu verlinken, zu bearbeiten, für sich persönlich zu bewerten und sich selektiv über Änderungen zu informieren. Die Eigenverantwortung des Mitarbeiters tritt in den Vordergrund. An Stelle der Unternehmensregeln gelten soziale Regeln.
Dazu ist es einerseits notwendig, die starren, siloartigen Applikationen durch transparente Services und Workflows zu ersetzen um dem Benutzer den Blick auf das wesentliche zu ermöglichen. Andererseits müssen sich auch die starren hierarchischen Verantwortungsmuster verändern um diesen sozialen Aspekten Raum zu geben. Nicht zu unterschätzen sind z.B. die Beharrungskräfte gegen die Öffnung der internen unternehmensweiten Kommunikation für ALLE Mitarbeiter, gemeinhin auch Unternehmensblog genannt.
Für mich ist E2.0 keine Luftblase oder Marketinggag, sondern eine konkrete aber herausfordernde Idee die Arbeit in Unternehmen grundlegend zu ändern. Dass dieses Konzept nicht aus der Luft gegriffen ist, kann man am Beispiel des EU Projektes “Shared Spaces” erkennen. Begonnen hat es vor über 10 Jahren im niederländischen Makkinga, wo durch rigorosen Rückbau von Verkehrszeichen und baulicher Maßnahmen die Eigenverantwortung des Menschen erfolgreich geweckt wurde. An Stelle der Verkehrsregeln gelten soziale Regeln.
Unternehmen werden nicht aus sozialen Gründen derartige Änderungen durchführen, wenn nicht knallharte wirtschaftliche Faktoren hinter E2.0 stehen würden. Unter zunehmendem Konkurrenzdruck oder in Krisenzeiten verlangen Schlagwörter wie Time2Market, Kosteneffizienz und erhöhte Servicequalität nach neuen Ansätzen, wenn die bisherigen Methoden ausgeschöpft sind.
Ich bin zuversichtlich, dass in 10 Jahren diese Arbeitsweise genauso alltäglich ist wie es heute unser Umgang mit dem Internet ist.


Ich kann diesen Aussagen nur zustimmen. Die technologischen Widerstände gegen E2.0 sind ein Witz im Vergleich zu soziokulturellen Auswirkungen. Bin motiviert hier nun meinen Beitrag zu schreiben
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