Enterprise 2.0-Herausforderungen

Wie schon im Beitrag „Was mit E 2.0 mit auf den Radar kommt„ empfohlen wird, sollte man Buzzwords wie „sociale software“ vermeiden. Funktional betrachtet handelt es sich um „community software“, welche auch Nutzen für die Gesellschaft haben kann. Die erste community software waren Newsgroups, die zuerst im wissenschaftlichen Bereich (1979 unisversity fo Duke) eingesetzt wurden. Der breite Zugang zu „community software“ im heutigen Mitmach-Web 2.0 hat einerseits positive Auswirkungen (z.B.: Mikro-Kredite, Wissensaufbau udgl), andererseits werden vermehrt auch negative Aspekte des ungeregelten bzw. unkontrollierten Nutzung von Commuinity Software spürbar.

Im Artikel „Tücken im Web 2.0“ der Zeitschrift Business & IT 07/2009, ist gut beschrieben, welche negativen Auswirkungen soziale Netzwerke besitzen und womit viele Firmen und Anwender bereits heute zu kämpfen haben.

  • Networking als Beschäftigungstherapie: Kostspielige Ressourcen werden ineffizient und ohne Wertschöpfung vergeudet.
  • Beliebigkeit und Belanglosigkeit: Unmengen an Informationen werden bereitgestellt, ohne sich vorab das Zielpublikum zu überlegen.
  • Falschinformation: Viele Informationen sind oft nicht aktuell oder schlichtweg falsch. Wissen hat oft eine zeitlich – manchmal sogar geografisch – beschränkte Gültigkeit. Das Internet merkt sich jedoch alles sehr lange, und meist ohne definiertes Ende.
  • Indiskrektion: Vertrauliche Informationen werden oft öffentlich gemacht. LinkedIn und Xing sind Beispiele für sinnvollen Nutzen. Gleichzeitig ist es bei Personalchefs durchaus üblich, dass Xing bei der Personalauswahl eingesetzt wird. Ob das für Veränderungswillige derselben Firma positiv ist, kann man bezweifeln.

Die natürliche Auslese wird auch bei „Sozialer Software“ dafür sorgen, dass nur die Besten weiter bestehen werden. So hat Morgan Stanley im Juli 2009 die Studie „Media & Internet – How Teenagers Consume Media„ des 16 Jährigen Matthew Robson veröffentlicht (http://www.guardian.co.uk/business/2009/jul/13/teenage-media-habits-morgan-stanley).

Das manchmal formulierten (siehe Unternehmens-Schlauness 2.0) E20-Ziel „Gleichberechtigung, Mitbestimmung aller Mitarbeiter“ und „verteilte Entscheidungen“ in einem Unternehmen, wird wohl nicht umsetzbar sein. Denn hier werden grundlegende Führungsprinzipien wie „Entscheidung und Verantwortung“, „Delegation und Kontrolle“ nicht aufhebbar sein.

Die Chance von Enterprise 2.0 – dem „Mitmach-Unternehmen“ – liegt einerseits darin Lösungen zu den WB2.0-Problemstellungen zu finden und andererseits auch Beteiligungsmodelle zu schaffen, damit zuverlässige Informationen aktuell und Zielgruppengerecht bereitgestellt werden können und das Unternehmenswissen Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Mitbewerbern bringt.

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One Response to “Enterprise 2.0-Herausforderungen”

  1. michael.hafner says:

    Die Beteiligungsmodelle sind ein wichtiger Punkt – Wie erzeuge ich Beteiligung auf der einen Seite, auf der anderen Seite braucht es einen klaren Plan zur Beantwortung der Frage: Was mache ich mit diesen Beteiligungen? Und – das trifft die ersten Fragen in diesem Post – wie trenne ich die Spreu vom Weizen, also wie vermeide ich Falschinformationen, Belanglosigkeiten und Indiskretionen?
    Indiskretionen sind kein (neues) Problem von Enterprise 2.0 – hier helfen nur Ausbildung, Sensibilisierung und eine klare Darstellung der möglichen Gefahren und Probleme.
    Belanglosigkeiten sind noch das geringsten Übel – die verschwinden in der Regel bald, wenn sie nicht einmal das bisschen Mühe wert sind, mit dem sie erstellt wurden. Hier greift auch die Eitelkeit regulierend ein: Wer auf seine Beitraege nie Feedback oder Kommentare bekommt, lässt das relativ bald wieder sein.
    Der Punkt der Falschinformation ist in meinen Augen ein spannendes Thema fuer die Informationsarchitektur: Falschinformationen sind in einer E 2.0-Umgebung nicht zu vermeiden; sie sind im Gegenteil deren wichtiges Merkmal. hier treffen verschiedene Ansichten aufeinander, eine davon "muss" falsch sein. Im Unternehmenskontext, etwa bei der Veröffentlichung von verbindlichen Richtlinien im Intranet, ist das ntaürlich nicht tragbar: hier muss klar erkennbar sein, was die gültige Version ist, was sie regelt nud mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist. Wenn trotzdem (hoffentlich) Feedback und Diskussion erwuenscht sind muss fuer den User klar sein
    * was gilt
    * wer was in Frage stellt
    * was noch alles passieren muss, damit der Vorschlag Gültigkeit erlangt
    * wo evtl. weitere Vorschläge sind
    * was insgesamt weiter passiert

    Wir arbeiten gerade an einem grafischen, navigation- und rollenbezogenen Konzept (wo in der Navigation ist die Seite, welchen Status/Rolle hat deren Autor) um das in einem konkreten Intranetprojekt zu loesen.

    Authentizitaet und Nachvollziehbarkeit der Autoritaet sind auch, bei staendig wachsender Begeisterung die staerksten Bedenken und Einwaende beim Ausrollen von Wikis im Intranet…

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