Auf diese Bewertung habe ich lange gewartet. Das Web ist keine Domäne der Jugend sondern wird dominiert von den älteren Semestern. Fast 60% aller registrierten Benutzer von den unten genannten Web 2.0 Services sind über 35 Jahre! Oder 75% der Benutzer sind über 25 Jahre!
Pingdom hat 2010 eine Untersuchung mit Hilfe von Google Ad Planner durchgeführt um eine Aussage über die Altersverteilung der registrierten Benutzer in 19 “Social network sites” zu treffen (Analyse für USA). Ergebnis: ich bin überrascht. Die Idee ist genial, über das Google Werbesystem Auswertungen darüber zu erstellen.
Die Altersverteilung der registrierten Benutzer passt in das typische Bild eines heutigen Unternehmens. Die alte Diskussion, nach der Web 2.0 ein Hype der Jugend ist, wird damit hinfällig. Anscheinend dürfte das Altern nicht relevant für die Akzeptanz von modernen “social network sites” sein.
Eine kurze Analyse in Google Ad Planner zeigt, dass sich tendenziell die Altersverteilung im deutschsprachigen Raum im Verhältnis zu USA nach unten verschiebt (d.h. jünger). Bei einzelnen Sites gibt es größere geographische Unterschiede, z.B. facebook.com hat in den USA bei den 45-54 jährigen Benutzer die stärkste Altersgruppe (25%) und Deutschland liegt sie bei 25-34 Jahren (26%)!
Ich erinnere mich gerne an die Diskussionen mit unserem Autor Toni Fricko, der trotz nahendem Ruhestand das mit Abstand aktivste Mitglied unserer Autoren in facebook&co ist. Damit stellt er nicht die Ausnahme dar, sondern eher die Regel. Wer hätte das gedacht.
Es stellt sich für mich die Frage, warum es uns im deutschsprachigen Raum so schwerfällt, diese Konzepte in Unternehmen zu etablieren? Es dürfte nach der Studie nicht am Alter liegen. Meinungen sind willkommen.



Die Trägheit, mit der sich erfolgsverwöhnte 2.0 Konzepte in Unternehmen duchsetzen, ist wirklich beachtenswert. Man gönnt sich lieber ein Wiki im Unternehmen als Feigenblättchen als sich grundlegend den Chancen einer vernetzten Wissensgesellschaft zu öffnen.
Eine einfache Antwort scheint mir darauf nicht möglich. Ein wichtiger Aspekt ist – wie ich glaube-, dass fast alle Organisationsstrukturen – allen Beteuerungen zum Trotz – streng-hierachisch ausgerichtet sind und der Tradition eines militärischen Aufbaus folgen. Dieser Ansatz scheint mir diametral den Vorteilen einer vernetzten Wissensgesellschaft (Kreativität, Vielfalt, Spontaneität uvm.) entgegengerichtet zu sein.