Was meint die Führungskraft zu Enterprise 2.0?



Ich habe jetzt schon einige Male bei Studien zu Enterprise 2.0 in Unternehmen teilgenommen und dieses mal die dankenswerte Freigabe bekommen, dass ich die von der defacto x Gmbh, Deutschen Telekom AG und Selbst GmbH gerade durchgeführten Studie die Ergebnisse hier breittreten darf. Danke an dieser Stelle.
Die Studie zur Einstellung, Akzeptanz und Affinität von Enterprise 2.0 in Unternehmen wurde an ca. 500 Führungskräften durchgeführt und hat die Nutzung, den Hot-or-Not-Faktor und die Erfolgsfaktoren abgefragt.

Laut den Ergebnissen

  • beschäftigen sich die in den Unternehmen arbeitenden Personen überwiegend schon seit Jahren mit Social Medi
  • Xing hat bei uns noch immer den Kult-Status unter den Web 2.0 Anwendungen
  • Social Media Guidelines sind noch nicht überall angekommen
  • Stärkere Einbeziehung der Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse ist einer der Hoffnungen
  • wollen Führungskräfte ihr Wissen stärker mit den Mitarbeitern teilen  (wer’s glaubt ;)

Management Summary

  • Social Media Anwendungen sind aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken! Xing als „klassisches Business Netzwerk rangiert dabei auf Platz 1 der am häufigsten genutzten Social Media Plattformen!
  • Enterprise 2.0 ist ein Trend, der besonders in den kleinen und mittleren Unternehmen noch weitestgehend in den „Kinderschuhen“steckt, obwohl sich einige Firmen bereits vereinzelt die neuen Kommunikationsformen und Technologie zunutze machen. Von einer nachhaltig abgestimmtenSocial Media-Strategie sind somit besonders die mittelständischen Unternehmen noch weit entfernt.
  • Enterprise 2.0 hat jedoch ein hohes Entwicklungspotential, da das Wissen der Entscheider und Führungskräfte um den hohen Nutzen (z.B. Imageverbesserung) durchaus vorhanden ist. Außerdem ist die Akzeptanz und Bereitschaft bei den Führungskräften erkennbar, Wissen zukünftigstärker via Online Vernetzung kollektiv zu teilen.
  • Der Wandel hin zu einer Enterprise 2.0 Kultur ist dann erfolgreich, wenn es gelingt, eine offene und transparente Kommunikation, ein hohes Maßan Eigenverantwortung derMitarbeiter und das kollektive Teilen von Wissen jenseits von Hierarchien mit dem Einsatz dermodernen Kommunikationsmittel des Web 2.0 intelligent zu verbinden.

Wenn Sie weitergehende Fragen zur Studie beziehungsweise zum Thema allgemein haben, so kontaktieren Sie Dr. Jens Cornelsen (jens.cornelsen@defacto-research.de) oder Stephan Grabmeier (stephan.grabmeier@telekom.de) jederzeit gerne.

defacto research_ Enterprise 2 0_management report_final (Download)

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5 Responses to “Was meint die Führungskraft zu Enterprise 2.0?”

  1. Klaus North, den Michael in seinem Edumedia-Beitrag anspricht (http://www.enterprise2punkt0.at/2010/06/nachtrag-zur-edumedia-2010.html) beschreibt das sehr schön damit, dass Führung zur Dienstleistung werden muss… – finde ich sehr treffend

  2. Christoph F. Strnadl says:

    Michi Hafner meint in seinem Kommentar:
    “dass Führung zur Dienstleistung werden muss”.

    Das sehe ich absolut nicht so.

    Führen heißt
    - Ziele vorgeben
    - Ordnung schaffen
    - Entscheidungen treffen
    - die Umsetzung steuern und
    - die Mitarbeiter fördern.

    Das ist kein Service, sondern die Aufgabe bzw. Leistung einer ganz bestimmten PERSON.

    Und die Mitarbeiter wollen in aller Regel auch keinen Manager als “Dienstleister”, der sich vielleicht bloß als Moderator von Befindlichkeiten der selbstverständlich gleichberechtigten Mitarbeiter (“Wir sind ja alle ein Team”) sieht, oder als Reflektor und Weiterleiter von Emails von seinen Chefs von weiter oben, sondern einen, der vorne steht, der sagt, was wir machen sollen und was wir eben nicht machen (wollen oder sollen), der uns die Ressourcen und Freiheiten gibt, damit wir das machen können, und der auch Verantwortung übernimmt, wenn er sich einmal falsch entschieden hat.

    -cfs

  3. @cfs:
    Ordnung schaffen: macht der Putztrupp
    fördern: ist Dienstleistung im engsten Sinn

    aber auch für die anderen Punkte: es kommt dabei nicht auf die Inhalte an, sondern auf die Richtung.
    Ziele erklären und die Möglichkeiten schaffen, sie zu erreichen, sind Führungsaufgaben im engeren Sinn – und die sehe ich als sehr dienstleistungsorientiert.
    Auich Verantwortung übernehmen und den Kopf hinhalten ist für mich Dienstleitung.
    Nicht Dienstleitung (und imho auch schlechtes Führungsverhalten) ist:
    * Methoden statt Ziele vorgeben (hat sicher auch Einschränkungen)
    * der beste Experte sein wollen
    * gescheiter sein wollen als der Chef

  4. Christoph F. Strnadl says:

    @MH:
    “Ordnung schaffen: macht der Putztrupp”

    … gemeint war hier natürlich “Ordnung” im Sinne der Strukturierung von Aufgaben, Verantwortung, Kompetenzen, Prozesse, Teams, etc.

    Für mich ist einfach der Begriff der “Dienstleistung” im Zusammenhang mit Führung zu weit gefasst und – vor allem – falsch polarisiert: Normalerweise bestimmt der KONSUMENT einer Dienstleistung die Anforderungen an die Dienstleistung deutlich mehr als der DIENSTLEISTER selbst. Darüber hinaus wird der Erfolg der Führungskraft auch primär nicht an der Qualität der Dienstleistung per se gemessen, sondern, was er dadurch erreicht.

    “Ziele erklären und die Möglichkeiten schaffen, sie zu erreichen, sind Führungsaufgaben im engeren Sinn – und die sehe ich als sehr dienstleistungsorientiert. Auch Verantwortung übernehmen und den Kopf hinhalten ist für mich Dienstleitung.”

    In einem gewissen Sinne ist dann aber alles, was nicht gerade die Erzeugung von tangiblen Sachen (das ABGB spricht von “körperlichen Sachen”, die “in die Sinne fallen”) betrifft, eine “Dienstleistung”. Ich weiß nicht, ob man mit dieser Leitdifferenz wirklich schneller weiter kommt…

    “Nicht Dienstleitung (und imho auch schlechtes Führungsverhalten) ist:
    * der beste Experte sein wollen”

    Das sehe ich etwas differenzierter – jedenfalls für sehr tief spezialisierte Berufe wie Rechtsanwälte, manche Sachverständige u.a. sollte man auch als Partner einer Kanzlei (ZT Büro) der beste Experte sein.

    -cfs

  5. irgendwer muss letztlich immer entscheiden in Sachfragen (wer ist der Experte?) und in organisatorischen Dingen (wie arbeiten wir?), das ist schon klar

    Ich habe nur meine Zweifel, ob Führungskräfte das auch können.
    Damit zweifle ich nicht Leadershipkompetenzen oder Entscheidungsfreudigkeit an, sondern es geht um ein grundsätzliches Problem. Sobald Du auf Information Deiner Kollegen angewiesen bist, haben diese bereits entschieden, welche Information Sie wie aufbereiten und damit gross Teile von Entscheidungen vorweggenommen.
    Ich denke, ein fruchtbarere Umgang mit der Frage wäre nicht “Wie bringe ich das wieder unter Kontrolle?”, sondern “Bin ich mir dessen bewusst und wqie gehe ich damitum?” – Sonst kommt man schnell an den Punkt, an dem auch in scheinbar ganz analytischen Business Cases überhaupt nicht mehr rational argumentiert wird, sondern ein blosses “Ich will das aber so” übrig bleibt.
    E 2.0 Tools geben den Mitarbeitern zwar noch mehr Spielraum dabei Entscheidungsgrundlagen zu gestalten und zu beeinflussen, sie machen den Prozess aber auch sichtbarer und sorgen damit für Verantwortung….

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