Letztes Wochenende hat eine interessante Meldung in der Presse meine Gedanken wieder etwas fliegen lassen. Christian Stangl hat am 12. August den K2 bestiegen. Die Leistung als solches ist schon außergewöhnlich. Aber der Hinweis, dass Stangl als “Skyrunner” den Berg bestieg ließ mich ehrfürchtig werden. Der Unterschied zum normalen Bergsteigern a la Kaltenbrunner: ohne schwere Ausrüstung und das in 4 Stunden!
Hier kurz die Philosophie von Stangl:
“Ich weiß natürlich, dass meine Projekte den Verlauf der Welt nicht beeinflussen. Aber um den Alpinismus weiterzuentwickeln, muss man gewohnte Konventionen überwinden und das, was jahrzehntelang Usus war ständig hinterfragen. Die achttausend Meter hohen Berge vermehren sich nicht; der Höhe nach ist der Zenit bereits erreicht. Die weitere Entwicklung findet gegen die Zeit statt. Und gegen den Zeitgeist.”
Einerseits ist es interessant, wie er sich langsam seine elektronische Community aufbaut. Unter http://skyrunner.at , http://www.facebook.com/pages/Christian-Stangl/126831314026816?v=desc&ref=ts und http://en.wikipedia.org/wiki/Christian_Stangl ist er vertreten. Wesentliches Merkmal: er hat ein außergewöhnliches Produkt, dass aus seiner eigenen Leistung entstammt und nutzt Web 2.0 nur zum Marketing und zur Organisation. Siehe auch die Frage letztens von Michael Andrae zum Community Building.
Andererseits hat diese Meldung bei mir eine Assoziation zum Web 2.0 geweckt. Wer sich die Vielfalt der Services und Apps im Internet und am Handy ansieht, steht schnell vor der sinngebenden Frage “z’wos brauch ma des ois”? Die Assoziation zum schweren Gepäck des modernen Alpinismus blieb bei mir hängen. Die Gegenfrage, was ist den das “leichte Gepäck”, stellt sich damit automatisch.
Sicher, der Spaßfaktor ist nicht zu unterschätzen und die Wirtschaft will ja auch “irgendwas” verkaufen, aber es kostet halt extrem viel Zeit und letztendlich Geld.
Die wichtigste Funktion in meinem Alltags ist es, mit Personen direkt zu kommunizieren, entweder per Telefon, Email oder SMS. Dazu benötige ich Kontakte und einen Kalender um mich zu organisieren. Diese Dinge muss ich noch in beruflich und privat trennen. Die ungerichtete Kommunikation, z.B. WordPress-Blog, Twitter & Facebook ist nicht mehr direkt notwendig um meine täglichen Ziele zu erreichen. Bei Dokumenten wird es bereits schwieriger, da es sich viel mehr aufsplittet von der Art und für wen ich es schreibe.
Letztendlich würde die Reduktion auf ein paar wesentliche Dokument- & Schnittstellenstandards unser aller Leben drastisch vereinfachen. Wobei einiges noch nicht sinnvoll gelöst ist. Ein gutes Beispiel sind Kontakte und Kalenderdaten. Diese durchgängig zwischen verschiedenen Plattformen und Apps zu syncen ist teilweise unmöglich bis aufwendig.
Mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren.


Reduktion ist schön, wenn Sie da ist – aber bis dahin ist der Weg ein mühsamer. Die Standardisierungsverhandlungen können grauenhaft sein, und es sind wohl schon viele unterwegs verhungert. Der Skyrunner läuft auch nicht von heute auf morgen los.
Nutzen möchte ich reduzierte und standardisierte Environments gerne – aber ich bin froh, wenn sich andere um die Herstellung kümmern…
[...] der Menschheit zu geringsten Kosten. Somit kann die nächste “Revolution” im Sinne der “Skyrunner” Philosophie nicht mehr der Durchdringungsgrad sein, sondern wie die elektronische Welt mit der [...]